Meet the Artist - Alex Kiessling


Alex Kiessling´s Serie SHIFTS ist eine Weiterentwicklung seiner Serie HEADSPINS von 2010.
Kiessling malt bei SHIFTS die Köpfe in mehreren Lasurebenen nebeneinander, ineinander übergehend, sodass das Auge des Betrachters stets in Unruhe bleibt. Ein Fokussieren ist nur schwer möglich, ein Ruhepol kaum auszumachen. Die Bilder wirken modern, leicht und lichtdurchlässig und widersprechen der althergebrachten Theorie, dass die Malerei die Bilderflut der Neuzeit bändigt, indem sie einen Augenblick festhält. Alex Kiessling´s SHIFTS halten sowohl einen wie auch einen weiteren Augenblick fest, die Köpfe wirken wie in Bewegung, wie in SlowMotion gefilmt und parallel auf der Leinwand wiedergegeben – und zwar in einem so kurzen Abstand, dass die Bewegung für das Auge eigentlich nicht sichtbar ist - lediglich die Idee davon. Alex Kiessling sagt über seine Malerei, dass er gerne mit Statik und Dynamik spiele; dies ist ihm bei SHIFTS perfekt gelungen.

Text aus den WU Alumni News zum Atelierbesuch bei Alex Kiessling von Isabella Langecker:

In der Kunst zu Hause
Gemeinsam mit dem Metropolitain Art Club besuchen die Mitglieder des WU Alumni Clubs KünstlerInnen in ihren Ateliers und erhalten nicht nur exklusive Einblicke in die österreichische Kunstszene, sondern auch die einmalige Gelegenheit, sich bei persönlichen Gesprächen mit den KünstlerInnen über die Werke zu unterhalten. Einen gemütlichen Abend inmitten eindrucksvoller Bilder verbrachten wir Ende Oktober bei Alex Kiessling.

Schauplatz ist eine Altbauwohnung in der Wiener Innenstadt: es läutet an der Türe, Herr Kiessling öffnet sie persönlich, bittet die WU Alumni Club Mitglieder herein und lässt sie die Räume, die zugleich Ort des Schaffens und Präsentationsmöglichkeit sind, selbst erkunden. Derzeit bereitet sich Alex Kiessling auf zwei große Ausstellungen in Wien und Los Angeles vor, in einem Rundgang durch das Atelier bietet sich ein exklusiver Einblick auf aktuelle Werke der Serie „Shifts“. Kiessling malt bei „Shifts“ Köpfe in mehreren Lasurebenen nebeneinander, ineinander übergehend, sodass das Auge des Betrachters stets in Unruhe bleibt. Dazu werden die verschiedenen, übereinander liegenden Farbebenen aufgespalten und auseinandergezogen – „geshiftet“. Kiessling selbst sieht sich als Regisseur, der trotz seiner statischen Motive, durch die rasche Abfolge der einzelnen Kader, ein dynamisches Bild suggeriert.

„Verändere das Medium“
Obwohl man es inmitten der faszinierenden Acrylbilder kaum glauben mag, stößt auch die Kreativität hin und wieder an ihre Grenzen. Was für den/die BetrachterIn schon vollendet scheint, ist im Auge des Künstlers unvollkommen. Einige Bilder lehnen im Vorzimmer und warten auf den „richtigen Zeitpunkt um mit dem gewissen Etwas vollendet zu werden“, verrät Kiessling im persönlichen Gespräch mit den WU Alumni. Um neue Ideen zu sammeln, wechselt Kiessling das Medium und gestaltet Skulpturen oder beschäftigt sich mit 3D-Modellierung. Dennoch ist es ihm persönlich wichtig, sich selbst und seiner Linie treu zu bleiben. Wer aufmerksam hinsieht, entdeckt die Dynamiken aus der Serie „Shifts“ in den neuen Bildern mit Tieren „Zoonpoliticon“ wieder.
„Der Zaubertrick muss wiederholbar sein, sonst wäre es ja ein Zufallsprodukt.“
Von 30.1.2017 bis 24.3.2017 sind die Werke von Alex Kiessling in der Galerie Hollerei, Hollergasse 12, 1150 Wien zu sehen.
 

Impressions


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